Kinder von Nepal: Reise 3

Ich frage Kul nach Laghu, die so  sympathische, gehbehinderte Frau, die nach den Schneider-Kursen in Kathmandu in ihr Dorf zurück gekehrt war. Die kleine freundliche Frau Niru Rai, die sie in Kathmandu immer beim Nähen begleitet hatte, ging fort. Kul vermutet, dass sie mit ihrem neuen Wissen selbst eine Schneiderei aufmacht.

Laghu geht es jetzt gut, sagt er. Ihre Eltern unterstützen sie. Sie könnte  auch in ihrem Dorf zur Schneiderin werden.

Wir können sie nicht besuchen, weil ich diesmal so wenig Zeit habe. Doch Kul will im November zu ihr in die Berge fahren.

Kul spricht auch die Spende von Werner an, die er zwei jungen Familien in Angpang  schickte, die Nachwuchs bekommen hatten. Kul spürte, wie das Unruhe auslöste. Jemand fragte ihn: Warum bekommen nur diese Familien Geld? Ein  Vater wollte den Gesamtbetrag. Kul: „Besser nichts mehr geben.“

Er spricht auch den Wunsch von Werner an, einen neuen „Reporter“ zu finden, der in Mails über die Neuigkeiten aus Angpang berichtet. Der junge Lehrer Deek wäre geeignet dafür, will aber nicht. Und es gibt kaum neue Themen. Doch Tage später, an einem Abend in seinem Haus, sagt Kul: Wenn er in Rente ist, dann schreibt er einmal richtig über Angpang. Über alles, was er bisher aus Rücksicht nicht gesagt hat. „Wer alles gegen mich arbeitet. Die wahre Situation.“

Einer, der zum Beispiel nicht mitzieht, ist der reichste Mann im Dorf. „Obwohl er der Gebildetste ist, bremst er alles. Beim Schulneubau war es so, bei der Bankgründung und beim Landkauf dafür.“