Kinder von Nepal: Reise 4

Ich bleibe einen Tag in Kathmandu, um gleich etwas  für unsere Weihnachtsstände zu kaufen zugunsten von Angpang – Decken, Schals und Filzsachen. Ich gehe dafür  auch durch den alten Basar südlich von Thamel. Und treffe  in einem Tempelinnenhof auf eine Schneiderin, die mir ein Loch in der Hose flickt. Ihr lachendes Gesicht scheint aus einer alten nepalesischen Zeit zu kommen und eine ganz alte Kultur zu tragen.

Eine Gasse entfernt kaufe ich einem einfachen, dunkelhäutigen Mann vom Dorf  etwas Ananas ab. Sein Fahrrad ist sein Verkaufstisch. Ich will ihm 20 Pfennig schenken, aber er hat so einen guten Charakter, dass er es nicht nimmt. Er gibt mir still mehr Obst dafür.

In einem düsteren Seitengang, ganz an dessen Ende, verkauft ein Mädchen nepalesische Sim-Cards fürs Handy. Sie hat auch Buskarten nach Pokhara. „Wenn Sie von Angpang zurückkommen, kaufen Sie bitte  Ihr Ticket bei mir.“

Irgendwann verlaufe ich mich und frage einen zurückhaltenden, schmalen Mann nach dem Weg. Er scheint arbeitslos zu sein und  ganz in Ruhe mit sich selbst. Er führt mich genau bis zu der Kreuzung, wo ich wieder durchblicke.

Nah  bei den berühmten Durbar-Tempeln ist ein kleiner Laden für Joghurt, für den ebenso berühmten „curd“. Ein großer Becher kostet nur 65 Cent. Er schmeckt hier ist extrem gut, ganz nepalesisch mit Nüssen dekoriert.

In einem winzigen Basarladen setze ich mich später für Momo hin, eine Art Ravioli. Hier bedient ein Junge, vielleicht 14, der immer lacht. Angeboren. Aus ihm wird  mal was, denke ich. Nur wegen seines Lachens. Wie wichtig ist das Lachen.

Am Abend treffe ich zweimal ein armes Mädchen, das einen guten Trick hat, um an etwas Geld zu kommen. Es verkauft den Touristen für einen Euro eine Mineralwasserflasche, die es im Laden für 15 Cent bekommen kann. Auch eine alte Frau spricht mich  an,  ob ich ihr nicht für einen Euro eine kleine chinesische Stofftasche abkaufe. „I remember you!“, lacht sie, weil ich sie am Abend vorher schon mal  getroffen hab` und ihr nur 50 Cent schenken konnte, mangels mehr Kleingeld.

Ich schlafe schwer ein, weil es so warm ist Ende August. In der Nacht spielt jemand stundenlang Geige. Sehr  schön.