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Blick vom heiligen Berg Pikey, einem leicht zu ersteigenden Viertausender, auf die gesamte Kette des Himalaya
Blick vom heiligen Berg Pikey, einem leicht zu ersteigenden Viertausender, auf die gesamte Kette des Himalaya

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Dr. Andrees de Ruiter aus Weinheim hat eine sehr gute Infoseite zu Nepal erstellt, die er rundmailt – mit Hinweisen zu Fernsehsendungen, zu Büchern, zu Hilfsvereinen, zur Politik des Landes. Dieses „Nepal-dia“ schickt er gern zu, einfach anfragen unter newsletter@nepal-dia.de

Bücher:

Broughton Coburn: Aama. – Der junge Amerikaner trifft eine Nepalesin – sie ist über 80 Jahre alt – in ihrem kleinen Dorf bei Pokhara. Er nimmt sie mit auf Reisen durch die USA. Diese kleine, runzelige Frau Aama verblüfft jeden, der sie trifft, durch ihre burschikose Weisheit und ihre Ausstrahlung. Weil sie eine „hohe Frau“ ist – jemand, der von außen auf die Erde blickt – sind ihre Bemerkungen zur westlichen Welt  so wertvoll. Gleichzeitig gibt sie tiefen Einblick in nepalesische Traditionen.

Broughton Coburn: Nepali Aama. (Adarsh Books, Indien) – Der Amerikaner fotografiert Aama in ihrem Dorf und befragt sie zu alten Traditionen. Ein lehrreicher Band, weil er einen so guten Blick in das alte Nepal gibt.

Michel Peissel: Tiger for Breakfast (Penguin) – Der junge Engländer trifft im Nepal der 50er Jahre den Russen Boris, eine schillernde Figur: Er war als 15-Jähriger Widerstandskämpfer in Odessa, dann Balletttänzer in Paris und der Welt, später legendärer Club-Besitzer in Calcutta und ist jetzt Hotelier in Kathmandu. Die Anekdoten von Boris erwecken besser als viele Geschichtsbücher die Zeit vor und im Zweiten Weltkrieg in Indien. Sie berichten auch, wie er dem König von Nepal zu seinem Thron verhalf. Und wie er das unberührte Nepal jener Jahre entdeckte und veränderte.

Michel Peissel: Das verbotene Königreich im Himalaya. – Peissel konnte 1964 pionierhaft ins Mustang reisen – eine abenteuerliche Wanderung.

Ferdinand Ossendowski: Tiere, Menschen, Götter (Frankfurt, 1923) – Tiziano Terzani, der berühmte Spiegel-Korrespondent in Asien, schrieb nicht nur an seinem Lebensende das so gute Buch „Das Ende ist mein Anfang“, sondern auch „Fliegen ohne Flügel“. Es ist genauso interessant, weil er ein Dutzend asiatischer Wahrsager aufsucht, um herauszufinden, ob jene Diagnose eines Mannes aus Hongkong stimmt, der ihn warnte: Benutze im Jahr 1993 kein Flugzeug. Es könnte abstürzen. Terzani reiste also am Boden zu seinen Spiegel-Aufträgen und beschreibt sie – was er in Singapur erfuhr, in Indonesien, in Thailand, Kambodscha, Vietnam, China und der Mongolei. Diese Hintergründe sind faszinierend und schockierend. Irgendwann erwähnt er auch ein Buch, das er im Zug liest: Tiere, Menschen, Götter von Dr. Ferdinand Ossendowski. Dieser Deutsche schildert den grausamen Horror, den die russische Revolution am Rand der Mongolei auslöste. Ossendowski erlebte dieses gnadenlose Schlachten, kam aber auch in Kontakt mit den höchsten Mönchen und Klöstern. Was er hier zum „lebenden Buddha“ und zu Tibet, zu den brutalen Lama-Zirkeln – die ihre Gegner locker hintenrum vergifteten – und zum „König der Welt“ (unterirdisch in Agarthi  lebend) herausfand, ist faszinierend. Es ist ein Buch, das man zweimal liest.

Han Suyin: Wo die Berge jung sind. – Der Band erschien 1958. Michel Peissel schreibt dazu interessant  in „Tiger for Breakfast“, als er die unendlich pompöse Krönung des nepalisischen Königs im Jahr 1955 schildert: „Unter der (Gäste-)Gruppe der Schreibenden war eine zerbrechliche junge Frau, eine Eurasierin. Unaufdringlich und bescheiden nahm sie teil am aufgeregten Leben Nepals in den Wochen, die der Krönung voraus gingen. Mit gut beobachtendem Auge nahm sie alle Einzelheiten auf, die um sie herum abliefen. Sie war eine schlanke, eher zurückhaltende Frau, entdeckte aber in dem Tal die Liebe, und ihre zurerst ziemlich alltägliche Erscheinung  wandelte sich zu ungewöhnlicher Eleganz. Nach Kathmandu geschickt, um für eine Zeitung über die Krönung zu berichten, verliebte sie sich plötzlich in einen gut aussehenden indischen Ingenieur und brachte später ihren bemerkenswerten Roman ,Wo die Berge jung sind‘ heraus, der so gut den Geist Nepals einfing.  Nach der Krönung kam sie noch viele Male in das Tal und buchte im Royal Hotel bei ihrem guten Freund Boris, den sie in ihrem Buch unter dem Namen Vassili porträtierte. Obwohl ,Der Berg ist jung‘ erfunden ist, kann man alle seine Charaktere leicht identifizieren. Der Feldmarschall, ein Philosoph, wie ihn Han Suyin nennt, ist in jedem Zoll der Gelehrte und scharfsinnige Denker, als den sie ihn darstellt. Sogar die mehr dramatischen Figuren  gab es im wahren Leben, zum Beispiel die Generäle, Wissenschaftler, Journalisten, Künstler, Missionare, Priester, buddhistischen Mönche und andere, die in den Monaten der Krönungsfeier in die anschwellende Gesellschaft von Kathmandu zogen. Father Morgan (ein bedeutender Jesuit), Werner Schultes und Toni Hagen – alle fanden ihren Weg in den Roman von Han Suyin, parallel mit fast jedem anderem Menschen von Bedeutung in diesem Tal.“

Monica Connell: Der Duft von Wacholder – Die Engländerin lebte ein Jahr in einem Nepaldorf der Chetri-Kriegerkaste im Distrikt Jumla. Nach einem halben Jahr konnte sie die Sprache, was wie eine Offenbarung war. Weil sie jetzt auch viel über die unterdrückten Frauen erfuhr und über seltsame Riten, beschloss sie vielleicht am Ende, nie mehr nach Nepal zu reisen.

Harka Gurung: Vignettes of Nepal (Sajha Prakashan) –  Ein sehr gutes Buch: ein Einheimischer erzählt über sein Land.

Christian Kracht, Eckhart Nickel: Gebrauchsanweisung für Kathmandu und Nepal (Piper)  – Der Leser wird zum Zeitzeugen und Zivilisationsforscher zugleich. Er ist mit den beiden vor Ort, als der letzte König mit einem Coup d‘État die Macht ergreift – und kurz darauf die Monarchie ihr Ende findet. Der Leser erlebt die Reinkarnation Buddhas unter dem Geburtsbaum des Meisters. Trinkt Tee mit dem Maoisten Prachanda. Erfährt, wie der Alltag berühmter Hippies in der Freak Street aussah, warum mit Barney Kessel der Jazz nach Kathmandu kam und was man heute braucht, um preiswert eine eigene Fluglinie zu gründen. Warum man einmal im Jahr den Annapurna umrunden und zur heiligen Quelle von Muktinath pilgern sollte – und wie der Geist von Hermann Hesse in Nepal fortlebt.

Andrew Stevenson: The Envelope. – Der Amerikaner hatte ein ereignisreiches Leben mit erfolgreichen Flieger-Jahren in Afrikas Savanne und Busch, bevor er zum Reiseschriftsteller wurde. In diesem Band wandert er von Lukla zum Evererst Basecamp und hinüber zu den Gokyo-Seen. Er schreibt zwar behäbig und könnte witziger sein, aber weil er fast jeden, den er trifft, ausfragt, entdeckt er Kuriositäten und seltene Hintergründe. Zum Beispiel erfährt er, dass Österreicher halfen, alle Stromkabel von Namche unter die Erde zu legen. Und dass im größten Kloster ein Deutscher, Michael, viel zu sagen hat.

Thomas Laird: Tibet, Geschichte eines Landes

Soname Yangchen: Wolkenkind (Droemer) – Zuerst gibt Soname aufschlussreiche Einblicke in den tibetischen Alltag. Während der Vater nach der Vertreibung aus seinem Mönchskloster in tiefer Schwermut versinkt, hält die Mutter die Familie zusammen. Als die Zustände unter den Rotgardisten eskalieren, Sonames Angehörige gefoltert und als Zwangsarbeiter rekrutiert werden, geben die Eltern ihre Tochter in die Obhut einer Tante in  Lhasa. Diese zögert nicht lange und reicht sie an „Herrn und Frau Tashi“ weiter. Als „Haushaltshilfe“ unter der Knute des Polizistenehepaars von Pekings Gnaden endet für die Sechsjährige der Traum von Shangri-La. Dann drängendes Heimweh. Der jähe Tod und das „Himmelsbegräbnis“ der geliebten Mutter. Die dramatische Flucht mit dem „Mönch mit der Taschenlampe“ über den Himalaya ins rettende Indien. Der Franzose Marc nimmt sie nach Europa. Im englischen Brighton beginnt jetzt eine überraschende Karriere als Sängerin. Nebenbei engagiert sich Soname für den tibetischen Freiheitskampf.

Hans Kopp: Sechsmal über den Himalaya (Steiger) – Kopp war zu Kriegsende im Start-Team von Heinrich Harrer, als dieser illegal von Indien aus zu „Sieben Jahre in Tibet“ aufbrach. Aber Kopp bog früh ab. Zuvor hatte er schon mehrfach versucht, aus dem britischen Gefangenenlager in Indien auszubrechen. Er schreibt fesselnd und bringt viele unbekannte Details des Lebens der Tibeter von damals.

Martin Brauen: Peter Aufschnaiter. Sein Leben in Tibet (Steiger) – Aufschnaiter (1899-1973)  war der Begleiter von Heinrich Harrer auf dem Weg nach Tibet, 2100 km zu Fuß. In Lhasa leistete er bedeutende Entwicklungshilfe durch die Leitung von Projekten. Er blieb nach dem Einmarsch der Chinesen ein Jahr länger im Land, weil er eine Tibeterin geheiratet hatte. Seine Lebensleistung wird stark unterschätzt. Er war später Karthograf in Neu Delhi und danach Agararexperte in Nepal, wo er auch die Staatsbürgerschaft erhielt.

Rintschen Dölma Taring: Ich bin eine Tochter Tibets. – Ein top Buch, um die alten Traditionen Tibets  kennenzulernen, auch den Filz der Mächtigen, die nicht vor Mord zurückschreckten.

Tensin Cheodrak: Der Palast des Regenbogens. Der Leibarzt des Dalai Lama erinnert sich. (Insel)

Ti Tonisa Lama: Das Felsenkloster (Ch. Falk) – Dieses Buch scheint eine echte Autobiographie zu sein vom Leben eines Mönches in einem Himalaya-Kloster, aber es ist erfunden. Trotzdem dürften die geschilderten Umstände – brutale Aufnahme-Tests, Unterdrückung innerhalb der Klosterhierarchie, Telepathie-Kunst, Beziehungen zu anderen Kulturen bis nach Ägypten und in seine Pyramidengeheimnisse- stimmen.

J. P. Sendker: Das Herzenhören (Goldmann) – Es ist der erste Roman des deutschen Schriftstellers und Journalisten, erschienen 2002. Er wurde 2012 fortgesetzt mit Herzenstimmen. Sendker schildert die Suche eines Mädchens nach ihrem Vater, der plötzlich aus seiner West-Ehe ausbricht und zurückkehrt zu seiner Geliebten in Burma. 

Dr. Li Zhisui: Ich war Maos Leibarzt (Lübbe) – Der passendere englische Titel „The private live of Chairman Mao“ ist eine packende Biographie. Mit politischen und historischen Analysen befaßt sich Dr. Li nicht; um so mehr mit den persönlichen Beziehungen im Zentrum der Macht. Mao offenbart Dr. Li in 22 Jahren seine privatesten Gedanken. Die anfängliche Bewunderung Li’s für das neue Regime wird allmählich zur Furcht vor dem Herrscher. Unter größten Anstrengungen gelingt es ihm, sein Leben, das seiner Frau und der beiden Kinder vor Hungersnot, Rivalität, Willkür und Machtgier zu schützen. Mao war charmant, verständnisvoll und ungezwungen. Seine Gästen nahm er im Handumdrehen jede Scheu.  Wenn er Selbstkritik übte, wurden andere veranlaßt, ihm zu schmeicheln. Um aber andere unter Kontrolle zu halten war ihm jedes Mittel recht. Mit Hilfe taoistischer Sexualpraktiken hoffte er, über den Tod zu triumphieren. Je mächtiger Mao wurde, desto größer wurde seine Angst, manipuliert zu werden. Er mißtraute jedem Versuch, sich bei ihm beliebt zu machen. Am Ende war der meistgeliebte Mann Chinas ohne Freunde. „Ich war Maos Leibarzt“ ist ein bedeutendes Buch, wie man es sich auch zu anderen Politikern wünscht. Es erhellt auch die Rolle von Maos Frau. Weitere gute Bücher in dieser Richtung sind von Peter York Dictator Style (2006, San Francisco) über die Eigenheiten bekannter Diktatoren; und von Denis Mack Smith oder RJB Bosworth über Benito Mussolini, der sich auch täglich eine neue Gespielin ins Büro holte.

Sun Longji: Das ummauerte Ich (Kiepenheuer) – Dazu aus dem Internet ein Kommentar: „Ein wirklich lesenswertes Buch. Hier werden die Chinesen und die chinesische Kultur auf die Couch gesetzt und psycho-analysiert. Dabei werden Grundzüge des chinesischen Denkens und Gründe für unterschiedliche Verhaltensmuster bei Chinesen und Europäern (bzw. Amerikanern) erklärt. Der Tenor des Buchs ist ein bißchen tendenziös, allerding eher in einer fast seltenen, kritischen Weise für die Chinesen. Vielleicht hätten ein wenig Ironie und/oder etwas mehr Abstand gut getan, aber es bleibt sehr lesenswert und aufschlussreich. Das Buch hebt sich von vielen, „politisch korrekten“ Bücher über die Chinesen ab, da der Autor viel offener und (als Chinese) sehr kritisch ist. Insgesamt ein ungewöhnliches  Buch.“

Museum für Völkerkunde, Wien: Bhutan – Festung der Götter

Der Weg zum Dach der Welt (Penguin)

H. Först: Verbotene Königreiche im Himalaya (Weishaupt, Graz)

H. Ellinger: OM – das andere Denken (Hugendubel) – Wir beginnen,  die Grenzen des Fortschritts zu ahnen, sagt Ellinger. „Da und dort beginnt die Einsicht, nicht alles sei „machbar“. Da und dort schleicht sich das Grauen vor unserem eigenen Hochmut ein. Dieses Buch will nicht urteilen, will nicht verherrlichen, will nicht verdammen. Es will nur aufzeigen, daß es sehr wohl ein anderes – ein ganz anderes – Denken gibt. Dies wird am Beispiel buddhistischer Welt- und Selbstsicht skizziert.“

Heinrich Harrer: Sieben Jahre in Tibet (Ullstein) – Wie Harrer zum Lehrer des jungen Dalai Lama wurde, macht nur den kleineren Teil des sehr guten Buches aus. Der große Teil schildert die harte Flucht durch den Himalaya und die Wüsten dahinter – genauso fesselnd.

Heinrich Harrer: Ladakh (Penguin)

Heinrich Harrer: Das alte Lhasa (Ullstein)

Dalai Lama: Das Buch der Freiheit – Der Dalai Lama erzählt hervorragend seine Lebensgeschichte: Wie er als Kind entdeckt wurde, wie er im Potala nichts zu sagen hatte, wie ihn Harrer mit westlicher Technik vertraut machte, wie er vor den Chinesen fliehen musste.

M. Taylor: Mythos Tibet (Westermann)

K. Bruckner: Die tibetische Küche (M. Hahn)

B. Müller: Namaste (Weber, CH-Thun)

Uli Olivedi: Die Stimme des Zwielichts (Knaur) – Olivedi schreibt zwar in Romanform, hat aber ein ehrliches Interesse an den asiatischen Ländern. Sie ist nicht kitschig, sondern engagiert sich und durchdenkt gut.

Uli Olivedi: Der Schrei des Garuda (O. W. Barth)

Die Geschichte der Dalai Lamas (Walther)

Bechert/Gommbrich: Die Welt des Buddhismus (C. H. Beck)

Tom Lowenstein: Buddhismus. Glaube und Rituale

Klaus-Josef Notz: Lexikon des Buddhismus (Fourier)

Jamie Zeppa: Beyond the Sky and the Earth. A Journey into Bhutan. (Mein Leben in Bhutan. Als Frau im Land der Götter) – Die junge Kanadierin  unterrichtet zwei Jahre in Bhutan und heiratet dort einen ihrer Schüler.  Als sei sie eine wiedergeborene Tochter Bhutans und von ihrem früheren Bruder jetzt dort in Liebe festgehalten, fühlt sie sich dem kleinen Königreich tief verbunden. Zeppa schreibt mit Humor, aber auch ernst – zum Beispiel als es um einen Bürgerkrieg geht, Nepali gegen Bhutanesen. Sie hat Passagen  mit höchster literarischer Intensität, bewundernswert. Und vieles des Geschilderten trifft auch auf Nepal zu.

Lama Anagarika Govinda: Der Weg der weißen Wolken (Scherz)  – Der Sachse  (1898 – 1985) wurde zum Buddhisten und machte sich zwischen 1932 und 1949  von Sri Lanka aus oft auf in den Norden, in den Himalaya. Es ist ein dickes Buch, zu seiner Zeit Kult, und sehr interessant. Mit vielen Details zu geheimnisvollen Tälern und alten Tempelstätten.

Dieter Heß: Yeshe-Ö, König in Tibet (Oesch) – Eine populärwissenschaftliche Darstellung der Entwicklung des Buddhismus, verpackt in einen spannend geschriebenen historischen Roman, der auch die Geschichte Tibets und seiner Sozialpolitik verständlich wiedergibt.

Tsering Shakya: Dragon in the Land of Snows. The History of Modern Tibet since 1947. – Ein Kommentar im Internet:Es ist der erste ernsthafte Versuch, die Geschichte der chinesisch-tibetischen Beziehungen zu untersuchen. Aber Shakya ernetete dafür von beiden Seiten Angriffe.  Weil er keiner Seite den Vorzug gibt. Obwohl er offensichtlich mit den leidenden Tibetern sympathisiert und nicht mit Kritik an den Chinsesen spart, zieht er die Vorhänge der Mythen weg, welche sowohl Exil-Tibeter als auch Chinesen über die Geschehnisse legen. Shakya zeigt die Fehler und Dummheiten beider Seiten. Am Ende schildert er – leider zu kurz – das Schicksal des jüngsten Panchen Lama, klar und genau. Enthalten sind auch Interviews mit Exil-Tibetern, mit Zeitzeugen. Insgesamt ist das Buch ein „Muss“ für jeden, der ernsthaft an Tibet interessiert ist. Leider schlichen sich viele Tippfehler ein. Alles ist schlecht lektoriert. Eine Pressestimme des „Tricycle“: „An ocean of new material is presented from previously unpublished sources, making this the most significant entrant into the field of recent Tibetan history since Melvyn Goldstein’s „Snow Lion and the Dragon“.“

Palden Gyatso / Tsering Shakya: Ich, Palden Gyatso, Mönch aus Tibet (Lübbe) – Das Unrecht, das den Tibetern in ihrem Land von den Besetzern angetan wurde und immer noch wird, wird hier erschreckend ausgeleuchtet. Palden Gyatsos Autobiografie umfasst die Jahre 1933 bis 1992, von seiner Geburt im damals noch unabhängigen Tibet bis zu seiner Flucht über die nepalesische Grenze und weiter nach Dharamsala in Indien. Seine Jugend war idyllisch. Mit etwa zehn Jahren trat er in das Kloster Gabadong ein. Auch die Berichte hierüber sind interessant. Um sich mehr bilden zu können, flieht er nach Lhasa ins Kloster Drepung. Eher zufällig wird er dort in Aufstände gegen die Chinesen hineingezogen, die inzwischen Tibet besetzt haben.  Sehr aufschlussreich sind seine Beschreibungen der chinesischen „Schulungen“. Die Gehirnwäschemethoden wurden vor allem  brutal in den Gefängnissen angewandt. Für Palden Gyatso war es ein den Chinesen verdächtiges Foto seines Lehrers, das ihn zunächst für sieben Jahre hinter Gitter brachte. Aber daraus wurden mehr als dreißig Jahre. Das Wort „Folter“ drückt nicht aus, was in diesen Gefängnissen geschah. Die Häftlinge mussten jedes Wort der Doktrin anpassen. Sie wurden gezwungen, sich selbst zu beschuldigen und zu bespitzeln und zu verleumden, um zu überleben. Sie wurden nicht nur bei Verhören geschlagen und misshandelt, sondern mussten dies bei speziellen Versammlungen auch noch gegenseitig tun. Weigerten sie sich, wurden sie bestraft. Viele begingen unter diesen Verhältnissen Selbstmord,  viele verhungerten. Dass jemand dieses Terrorregime dreißig Jahre lang überlebt hat, ist unbegreiflich. Noch beeindruckender ist die Energie, mit der Palden Gyatso es schafft, nach all diesen Leiden auch noch  sachlich und neutral zu berichten. Das Buch ist ein unersetzliches Zeugnis dieses brutalen Unrechtsregimes.

Sogyal Rinpoche: Das tibetische Buch vom Leben und Sterben (O. W. Barth)

Mary Graig: Kundun. Der Dalai Lama und seine Familie (Lübbe)

Alexandra Lavizzari-Raeuber: Thangkas (Dumont)

Lobsang Rampa: Das dritte Auge (Goldmann)- „Lama Rampa“ war der Name, den der Engländer Cyril Henry Hoskin für seine illustren Bücher über Tibet wählte, vor allem „The Third Eye“, 1956, und „Doctor from Lhasa“, 1959. Hoskin, ein Automechaniker,  war aber nie in Tibet und behauptete, nachdem die Verfasserschaft durch einen echten tibetischen Lama von „The Third Eye“ von mehreren Tibetologen angezweifelt worden war, der Geist eines Tibeters habe Besitz von ihm ergriffen.  „Das dritte Auge“ ist überaus unterhaltsam und faszinierend. Darüber hinaus illustriert es aufs Beste die im Westen gängige Verbindung von Tibet mit einer kuriosen Mischung aus Spiritismus und Esoterik. Informationen über tibetische Geschichte, Kultur, Religion, ja Tibet im allgemeinen, kann man aus einem Werk dieses Genres aber nicht entnehmen.

James Hilton: Der verlorene Horizont (Fischer) – Ein berühmtes, überbewertetes Buch – weil erfunden. Es geht um ein geheimnisvolles verborgenes Kloster und Tal im Himalaya – Shangri La. Hilton schrieb es 1933 unter dem Eindruck seiner Erlebnisse im Ersten Weltkrieg – nicht als Tibet-Buch, sondern als einen esoterischen Versuch, sein westliches Empfinden zu klären, das durch den Krieg zerstört worden war. 1939 wurde aus dem Text das erste Taschenbuch überhaupt. Roosevelt nannte sein Ferienhaus „Shangri La“ (später umbenannt in  Camp David). Es gibt Verfilmungen und ein Musical, auch ein Computerspiel und eine nepalesische Zigarettenmarke mit diesem Namen.

Eva Rudy Jansen: Das Buddha-Buch (Niederlande: Bonkey Kok)

Willy H. Fischle: Der Weg zur Mitte (Bechtermünz)

Michael Willis: Die Lebenswelt der Tibeter (Bechtermünz)

Dalai Lama: Einführung in den Buddhismus (Herder)

Jiddu Krishnamurti: Einbruch in die Freiheit (Ullstein) – Jiddu Krishnamurti (1895-1986) wurde als Dreizehnjähriger von der Theosophin Annie Besant adoptiert. Sie sah in dem jungen Brahmanen den Wiedergeborenen Messias und ließ ihn in sorgfältiger Erziehung auf seine künftige Rolle als ,Weltlehrer` vorbereiten. 1929 sagte sich Krishnamurti öffentlich von diesem Anspruch los mit der Begründung, dass keine Religion, keine Philosophie, kein Guru die Menschheit zur Wahrheit führen könne.
Mit seinen kompromisslosen Ansichten zog er sechzig Jahre lang weltweit ein großes Publikum in seinen Bann. Seine Reden und die Gespräche mit Ratsuchenden wurden in mehr als 70 Büchern gesammelt. Dieser Band ist ein  Zwiegespräch mit dem Leser. Krishnamurti denkt über die Freiheit des Menschen nach. ,Mir scheinen alle Ideologien äußerst töricht zu sein. Wichtig ist, . . .dass wir beobachten, was tatsächlich in unserem täglichen Leben geschieht – innen und außen.` Das Buch wird oft gelobt dafür, dass es einen sehr gut über sich selbst zum Nachdenken bringt.

Jeffrey Hopkins (Hrsg.): Dalai Lama: Der Weg zum Glück – Sinn im Leben finden (Herder)

Hermann Hesse: Siddharta (Suhrkamp) – Nach vielen Jahren des Studiums Indiens und Chinas näherte sich  Hesse mit diesem Werk vordergründig dem religiösen Indien, wie er in einem Tagebuch 1921 vermerkte. Basierend auf seiner Auseinandersetzung mit dem Geist des Ostens, schuf er mit seiner „indischen Dichtung“ eine prosaische Darstellung aus eigener Sicht. Die indische Gewandung ist jedoch „nur Kleid“ (Hesse), eine Verhüllung. In Wirklichkeit steht das Werk, wie Hesse selbst sagt, in seinem Sinngehalt näher bei Laotse als bei Buddha.  Der Suchende, über sich Hinauswachsende, wird dem Stehengebliebenen gegenübergestellt, das Vergeistigte dem weltlichen und sinnlichen Leben.

Annelie Tacke: Eremitin im Himalaya (Herder) – Eine junge Berlinerin macht sich auf die Suche nach einer Porzellanmalerin aus Selb, die vor Jahren nach Indien ging und in einem Ashram blieb. Später lebte sie lange in einer Meditationshöhle, wurde aber wieder von den männlichen Guru-Kollegen dort so enttäuscht (um Sex angegangen) wie vorher im Ashram unterdrückt. Ein interessantes Taschenbuch mit dem Fazit der Eremitin, die jetzt bescheiden in einem Dorf in Nordindien lebt: Zu viel Meditieren nimmt die Wurzeln.

Philippe Broussard / Danielle Lang: Die singende Nonne von Lhasa (Europa) – Dieses Buch legt man nicht mehr aus der Hand. Das Schicksal der jungen Frau ist sachlich recherchiert, aber spannender als ein Krimi. Ngawang Sangdrol gehörte zu den prominentesten politischen Häftlingen in Tibet. Schon als Elfjährige hatte sie an Demonstrationen für die Unabhängigkeit des Landes teilgenommen und kam zehn Jahre in Haft. Auch dort trat sie ein für ihr Land und ihren Glauben. Der Dalai Lama nennt die 25jährige  ein Symbol des tibetischen Unabhängigkeitsbestrebens. Das Buch  gibt einen Einblick in tibetische Familienstrukuren, in den Glauben und die Politik. Alles ist sehr emotionslos, aber gerade deswegen sehr mitreißend.

Eric Valli / Diane Summers: Aufbruch am Ende der Welt (GEO) – Sie folgen der Route der Salzkarawanen durch den Himalaya. Abenteuerlich, gut geschrieben. Von ihnen stammt auch das Buch Honigjäger in Nepal.

Peter van Ham / Aglaja Stirn: Buddhas Bergwüste (Adeva)

Antonie Borromee / Dago Rimpoche: Der Dalai Lama (Dianus Trikont)

Christoph Baumer: Bön – die lebendige Ur-Religion Tibets (Adeva) – Bildbände über Tibet sind inflationär. Auch hier gibt es viele Bilder, aber es sind aufgespürte Seltenheiten. Die gezeigten Bön-Kloster wurden bisher oft nicht fotografisch dokumentiert. Und der  Text ist gut: Mit grosser Kenntnis wird die Geschichte von Tibets vorbuddhistischer Religion erzählt, ihre Stellung gegenüber dem Buddhismus und ihr Kampf ums Überleben. Baumer hat gründlich recherchiert und reiseberichtartige Einschübe verfasst, die  Land und Leute näherbringen. Der Band dürfte ein Standardwerk über Bön werden.

Ian A. Baker / Thomas Laird: Der geheime Tempel von Tibet – eine mystische Reise in die Welt des Tantra (Bucher) – Der Lukhang-Tempel, aus dem von unbekannten Künstlern im 17. Jahrhundert gefertigten Wandgemälde stammen, steht auf einer Insel beim Potala-Palast in Lhasa. In dem  prachtvoll gestalteten Großband werden sie öffentlich gemacht. Es sind  visionäre Bildwerke, lebendige Symbole der inneren tantrischen Tradition Tibets. Sie illustrieren den geheimen Pfad der buddhistischen Tantras, mittels derer der Schleier der Verblendung „in einer einzigen Lebensspanne oder gar in nur wenigen Jahren“ zerrissen werden kann.

Jan A. Baker: Das Herz der Welt – Baker puscht einen Kleinkram hoch zum Inhalt eines dicken Buches: Er startet eine kleine Expedition in ein relativ unbekanntes Tal des Himalaya, angeblich als Zentrum der Welt betitelt. Aber dort waren schon vor ihm Leute, und es ergibt sich wenig Spitituelles.

Sangye Gyamtso: Klassische tibetische Medizin, 2 Bände (Haupt)

Ulrich Gruber: In den Tälern des Nepal-Himalaya (Harnack)

Hans Voßmann: Nepali Wort für Wort (Reise-Knowhow) –  Ein sehr gutes kleines Buch zum Erlernen der Sprache.

Georgie Friedrich: Wörterbuch Deutsch-Nepali (Pilgrims Bookhouse Kathmandu) – Klein, handlich und top.

O’Reilly / Habegger:  Tibet. True Stories; written by various authors (Traveler’s Tales, San Francisco) – Auszüge aus berühmten Tibet-Büchern, um das Land vor einer Reise vertraut zu machen.

Sorrel Wilby: In höchsten Höhen (National Geographic) – Die Australierin wandert mit ihrem Mann, einem Greenhorn in Sachen Outdoor, von links nach rechts durch den Himalaya, zwei Jahre lang. Sie selbst bricht aber unterwegs unter der Last der Kameraausrüstung zusammen, während er zum braun gebrannten Mountain-Experten wird. Sie schreibt kurzgefasst, treffend und gut. Es macht Spaß, diese Odyssee zu lesen und von den Menschen zu erfahren, die beide treffen.

Toni Hagen und Deepak Thapa: Nepal. Königreich am Himalaya. – Hagen war in den 50er Jahren „der“ Nepalkenner, der in alle Ecken gewandert war. Sein Buch war Kult.

Derva Murphy: Unterwegs nach Kathmandu.- Er arbeitete 1965 mit tibetischen Flüchtlingen, die in Pokhara gestrandet waren.

Peter Mathias Gaede: GEO Special Nepal. Gute Berichte und Analysen.

Alexandra David-Neel: sehr lesenswert sind alle Bücher von ihr, z. B. Mein Weg nach Lhasa oder Unsterblichkeit und Wiedergeburt oder Im Schatten des Himalaya: Zauber und Wunder in Nepal- Die Französin war Balletttänzerin. Erst mit 50 Jahren erfüllte sie sich den Traum von Reisen nach Asien. Weil sie weit über 100 Jahre alt wurde, konnte sie ihren Weltruhm noch gut genießen, ausgelöst durch ihre Abenteuer: Als weiblicher Lama meditierte sie in einer Höhle ganz weit oben im Himalaya; als Mann verkleidet lief sie gefahrvoll nach Lhasa; in China lebte sie nah an den Kriegen.

Marie-Madeleine Peyronnet: Dix ans avec Alexandra David-Neel (A. David-Neel-Foundation) – Die Betreuerin der alten Dame berichtet, wie die berühmte Forscherin in ihren letzten zehn Jahren alles in ihrem Garten buddhistisch wachsen ließ, bis der Dschungel rund ums Haus undurchdringlich war. Wie sie immer im Sessel nächtigte und entsprechende Körperschäden hatte. Wie rau sie alle ihre Verehrer behandelte, Professoren und Journalisten. Welche Macken sie hat. Wie sie schrieb und schrieb.

Patrick French: Tibet, Tibet (Penguin) – Der Engländer verfasste top Biographien zu Francis Younghusband (Himalayaforscher der ersten Stunde) und V. S. Naipaul (dessen Buch „Indien“ ist spitze: Er traf die verschiedensten Menschen dort und beschreibt sie kurz und gut). Er verfasste auch ein Indien-Buch. Und hier widmet er sich intensiv Tibet: Er durchwanderte das Land und befragte Menschen. Kritiker loben den Band als bestes Buch über das heutige  Tibet.

Roy / Devi: Der Weg der großen Yogis (Suhrkamp) – Wer an den Erfahrungen mit indischen Yogis interessiert ist, bekommt hier interessante Anekdoten berichtet.

Christian Pye-Smith: Travels in Nepal (Aurum Press) – Der Engländer reiste in den 80er Jahren durch Nepal, um zu sehen, ob Entwicklungshilfe-Projekte wirklich etwas bringen. Er schreibt so, wie er gerne Bücher hat: Witzig und lebendig. Wertvoll ist seine Hinführung, der Blick in alte Nepalbücher, welche die Geschichte des Landes erzählen. Wie das Königreich in wenigen Jahren aus seiner Abgeschiedenheit in die Coca-Cola-Moderne geschossen wurde.

Muhammed Yunus: Für eine Welt ohne Armut (Bastei-Lübbe) – Der Nobelpreisträger erfand einen Weg,  armen Ländern über Minikredite aus dem Tief zu helfen. Überwiegend stützt er sich auf die Kreativität und Klugheit einheimischer Frauen.

Scott Berry: A Stranger in Tibet. The Adventures of a Wandering Zen Monk. (Kodansha, Tokyo) – Der Japaner Kawaguchi Ekai wandert über Nepal nach Tibet – im Jahr 1900. Er sucht spezielle buddhistische Schriften. In Nepal lernt er sogar Tibetisch, indem er Kinder und Frauen zu seinen Lehrern macht. Aber er hat Probleme, Tibet zu betreten. Doch am Ende schafft er es als erster Japaner.

Rahnila Shakira / Scott Berry: From Goddess to Mortal (Varja) – Interview eines Mädchens, das zur Kumari, zur lebenden Göttin wurde.

Gerhard Haase-Hindenberg: Göttin auf Zeit. Amritas Kindheit als Kumari in Kathmandu – Etwas umständliche Darstellung, wichtig gemacht. Trotzdem informativ.

Eva Kipp: Bending Bamboo, Changing Winds: Nepali Women tell their life-stories. – Frauen aus den Dörfern und Städten erzählen über ihr Leben. Sehr aufschlussreich.

Manjushree Thapa: Forget Kathmandu. – Er erzählt gut die Geschichte der Maoisten, die einen Bürgerkrieg anzettelten, der 2006 mit 14 000 Toten endete.

John Welpton: A History of Nepal. – Die beste Geschichtsdarstellung.

Margret Causemann: Füchse des Morgens. Eine tibetische Nomadenfrau erzählt. – 52 Märchen aus Tibet.

Alice Grünfelder: Reisen in den Himalaya. Geschichten fürs Handgepäck. – Gute, unterhaltsame Berichte.

Beisenkamp: Nepalesische Frauen im Aufbruch

Bettina Selby: Himalaya – mit dem Fahrrad durch Nepal, Kashmir und Sikkim. – 8000 km im Sattel: Die berühmte Engländerin, einst einfache Lehrerin und dann mutige Radlerin sogar in Afrika, kämpft sich durch die Dörfer und Berge, von Pakistan bis Kathmandu.

Barbara Scot: The Violet Shyness of their Eyes. Notes from Nepal. – Die Amerikanerin schildert ihre Empfindungen in einem kleinen Dorf.

Thomas Hale: Geheimnisvolles Nepal.- Er lebte als Arzt zehn Jahre in Nepal.

Sakya Griffith: Die Affenprinzessin. Volkserzählungen aus Nepal

Alice Grünfelder: Himalaya – Menschen und Mythen

Sabriye Tenberken: Mein Weg führt nach Tibet. Die blinden Kinder von Lhasa – Sie wuchs in Bonn auf. Mit dem zwölften Lebensjahr war sie blind. Sie  studierte trotzdem Tibetologie und Soziologie. Tenberken entwickelte eine spezielle Brailleschrift für die tibetische Schriftsprache. Diese ist dort heute die offiziellen Blindenschrift. 1997 reiste sie allein nach Tibet, wo sie den Niederländer Paul Kronenberg  kennenlernte. Zusammen gründeten sie 1998 das „Blindenzentrum Tibet“( „Braille Without Borders“), das in Lhasa begann. 2000 entstand ein Dokumentarfilm über ihr Leben, Mit anderen Augen. Auf Grund dieses Filmes erhielt sie den Charity Bambi. 2004 fand das Climbing Blind Project statt: Sabriye Tenberken nahm mit Kronenberg und Teenagern der Schule für Blinde in Lhasa sowie einem amerikanischen Filmteam an einer (von Erik Weihenmayer, dem erster blinden Everestbzwinger geleiteten) Bergsteigerexpedition zum Everest teil. Der Film „Blindsight“ wurde mit verschiedenen Publikumspreisen prämiert. 2005 war Tenberken im Projekt „1000 Frauen für den Friedensnobelpreis“ nominiert.

Hugh Downs: Rhythm of a Himalayan Village. – Er stellt in Fotos, Zitaten und Erzählungen ein Dorf im Distrikt Solu dar.

Milda Drüke: Rot. Menschen in Kathmandu – Sie schildert das Drama einer jungen Studentin aus Nepal, die in Europa zur Universität ging und nach der Rückkehr, mit ihrer Heirat, ins Gefängnis des Hinduismus fällt. Ihre Ehe mit der Unterwerfung unter den Mann erstickt sie. Drüken schildert dies distanziert, aber eindringlich. Hoffnung macht, dass heutige junge Mädchen diese Männer-Dominanz als von den Priestern erfunden erkennen und sich wehren. Drüke war zur Zeit des Palastmords in Kathmandu und beschreibt auch diese Phase.

Regis E. Huc: Reise durch die Mongolei nach Tibet und China – Évariste Régis Huc (1813 – 1860) war ein  franzöischer Entdecker und Missionar, der durch seine Durchquerung der Mongolei, Tibets und Chinas in den Jahren 1844 bis 1846 weltberühmt wurde. Er trat im Alter von 24 Jahren in die Kongregation der Lazaristen ein und ging 1839 nach China, wo er sich in Macau  auf die Missionsarbeit vorbereitete. Er arbeitete zunächst in der Nähe Pekings und studierte lokale Sprachen. 1844, nachdem er in der inneren Mongolei  eine Mission gegründet hatte, brach er mit Abbe Joseph Gabet (1808-53) und einem buddhistischen Konvertiten nach Tibet auf, verkleidet als Lamas. Acht Monate wartete er an der Grenze und lernte Tibetisch, bis er sich einer Gesandtschaft anschließen konnte, die 2000 Mann und 3700 Tiere umfasste. Huc traf den Dalai Lama und ihm wurde die Eröffnung einer Mission zugesagt. Doch die chinesische Botschaft verhinderte dies. Er wurde nach Kanton geleitet, wo er bis 1852 blieb. Aufgrund seiner angeschlagenen Gesundheit kehrte Huc, nicht ohne Indien und Ägypten besucht zu haben, nach Europa zurück, wo er 1860 in Paris starb.

Jon Krakauer: In eisige Höhen – Tragödie am Everst 1996: acht Tote im Sturm, dazu ein von den Toten Auferstandener, nämlich Beck Weathers. Ein spitze Buch. Super geschrieben.

Lene Gammelgaard: Die letzte Herausforderung – Die dänische Bergsteigerin war 1996 bei der Tragödie dabei.

Beck Weathers: Left for dead (deutscher Titel: Für tot erklärt). – Extrem lesenswert: Ein Depressiver aus den USA bekommt 1996 seine Lektion am Everest. Er ist der „walking dead man“, der die Tragödie unerwartet überlebt. Der egoistische Bergsteiger lässt auch seine Frau und Kinder sowie Freunde sein Leben zwischen Arztberuf, Achttausendern und manischem Fitnesstraining kommentieren.  Am Ende lebt er ohne Hände und mit künstlicher Nase, aber innerlich ist er  kuriert.

Trees von Rijsewijk: Kumari – Eine Holländerin adoptiert ein Mädchen aus Nepal. Etwas steif geschrieben. Aber sie zeigt gut das Leben in Kathmandu und die Hürden der Bürokratie.

www. stefan loose Nepal: ausführliche Bücherliste (ab Seite 476 seines guten Reiseführers über Nepal ist sie im Internet einsehbar)

 

In Bhaktapur
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