Portrait von Durga

Ein Porträt von Durga, dem Leiter der Save & Credit-Genossenschaftsbank von Angpang.

Durga, 33, ist der jüngste von neun Brüdern. Sein Traumberuf war die Sozialarbeit, aber er machte nach der Schule alles andere: Er war Maurer, Zimmerer, Brettersäger (was eine harte Arbeit ist) und Mechaniker.

Er blickt bei Motorradreparaturen voll durch, selbst beigebracht: Er kaufte sich ein altes Motorrad und zerlegte es in alle Einzelteile.

Ähnlich eignete er sich sein Computerwissen an. Er kaufte sich einen kleinen alten Laptop und beobachtete andere Leute, was sie mit ihrem Computer machen. Was er an Neuem sah, ahmte er zuhause nach.

Auf Durgas Ideenreichtum fußt auch die neue Brücke über den Bach, der die beiden Hangteile von Angpang trennt. Wo Jahrzehnte lang nach jeder Schneeschmelze 12 Bäume neu gefällt werden mussten für eine Brücke, schlichtete er Gabionen mit Steinen so klug auf, dass ein Bollwerk mit kleinem Schlitz für den Bach herauskam. Oben drüber passen sogar Autos. Diese Lösung wird inzwischen weitum kopiert. Kul: „Ich kenne keine ähnliche Brücke, die so wenig Land verbraucht.“

In Sachen „Genossenschaftsbank“ fand Durga einmal ein Buch über Friedrich Wilhelm Raiffeisen. Und machte einen Kurs mit, den eine Save & Credit-Abteilung gab. „Ich hab von anderen gelernt.“ Aber der Start klappte nicht. Erst nach einer Beratung von außen lief es gut an.

Zu kämpfen hatten er und seine Helfer Ram und Raju, weil diese S&C-Coops einen schlechten Ruf bekommen hatten, nachdem ein ähnliches Projekt in der Kreisstadt Salleri geplatzt war. Dort hatte eine Familie damit begonnen, ein imposantes Büro zu eröffnen – und war mit den Einlagen der Bauern verschwunden.