Packliste für den Rucksack/ Hotel-Tipps/Wurmkur

Ein Halo, ein Regenbogen um die Sonne.
Ein Halo, ein Regenbogen um die Sonne. Er entsteht, sagt man, wenn ein bedeutender Mensch stirbt.

Tipps von Thomas Knauber:

Am Anfang meines Wanderlebens hab ich die Minimalisten bestaunt, die jedes Teil abwogen. Inzwischen mach ich es genauso. Ich kam von 12 Kilo runter auf 6 oder 7 Kilo im Sommer, auf 8 für den Himalaya, wo es bei Höhen von über 5000 m auch mal minus 18 Grad im Zimmer hat (im Spätherbst; im Frühjahr sinds weniger).

Ich nehme möglichst Naturkleidung, weil Synthetik schnell schwitzt und den Körperatem blockiert. Naturstoffe sind wie ein Freund zur Haut, Synthetik verursacht ihr Wirrnis. Macht mich krank. Bei Saukälte im berühmten Zwiebelsystem alles anziehen.

Vortraining daheim: 4 Wochen lang alles zu Fuß gehen, was unter 2 km ist. Und öfter Berghänge senkrecht rauf und runter gehen.

Gymnastik daheim: auf Rücken liegen und die Beine rhythmisch senkrecht stellen  (10 x), dann aus der Senkrechten in Bögen seitlich ablegen (jede Seite 10 x). Lockert die Hüften fürs Stufensteigen.
Auf Rücken liegen und die erhobenen Knie in einem liegenden Kreis bewegen.
Auf Tisch setzen und Füße vor und zurück pendeln (schmiert die Knie)
Abends die Fußsohlen auf einem Tennisball rollen. Gibt den Füßen zielgenaues Greifen beim Auftreten.

leichter Rucksack von www.laufbursche.com (450 Gramm; ein üblicher Rucksack wiegt fast 2 Kilo. Auf der laufbursche-Homepage gibt es auch viele Links zu ultraleicht-trekking und zu Selbstnäh-Rucksack-Schnitten)

leichter Schlafsack (www.globetrotter.de; meiner ist ein Western Mountaineering, Apache MF. Daune, 900 Gramm. Von den drei Werten, die bei Schlafsäcken angegeben werden, zählt der mittlere; bei meinem -10 Grad) Bei großer Kälte mit allen Pullovern, Hosen und Mützen schlafen. Notfalls in Kathmandu eine der superleichten Yakwolldecken dazukaufen (4 Euro). Kathmandus Läden haben eh alles Erdenkliche superbillig für Trekking.

leichte Wanderschuhe knöchelhoch (keine schweren Gebirgsschuhe). Jemand rechnete aus, dass 100 Gramm mehr pro Schuh bei den vielen hebenden Schritten, die man pro Tag macht, extrem ermüden. Ich hatte von Lowa (die haben angeblich die best passende Innenschuhform, drum reichen dünne Socken) einen Lederschuh mit innen Goretex. Der Vorteil: Er hält auch abends beim Sitzen in der Hütte warm. Jetzt nahm ich aber einen leichteren, den Mercury Mid II von Mamut. Sehr zufrieden, keine Blasen. Die Hauptsache ist eine feste Sohle wegen der vielen Steinspitzkanten auf den Felsstufen durchs Vorgebirge.

Halbsandalen von Teva (Modell Omnium) waren super, gibts aber nicht mehr. Sie hatten eine weiche Innensohle und sofortigen blasenfreien Sitz. Ich lief mit ihnen ohne Socken 2 x den Jakobsweg und von Florenz nach Rom. Sie werden aber bei heißem Asphalt heiß. Dann ab und zu bissl Wasser reinkippen, oder Streifen von Leukoplast-Klebeband unter die Fußballen kleben, in Dreifachschicht. Ich glaube, die Schuhfirma Keen übernahm jetzt das Teva-Modell („Venica“ und „Newport“ heißen ihre entsprechenden Schuhe, alles andere von Keen ist innen zu hart).

Wanderstöcke (superleichte nehmen, Komperdell z. B.)

aus alten Wollpullis ein Unterhemd schneiden und ein T-Shirt. Und eine lange Unterhose (die Ärmel des Pullovers  für die Beine nehmen). Diese Wollunterhose ist ein Muss.

leichtes ärmelloses Unterhemd und ein leichtes T-Shirt (beige einfärben, dann sieht man den Dreck nicht so). Statt des T-Shirts aber besser ein leichtes langärmeliges Hemd, um die Arme gegen Sonnenbrand zu schützen. Die Ärmel halt sonst hochkrempeln. Unterm Arm und am Bauch evtl.  Lüftungsschlitze reinschneiden.

zwei dünne Shetland-Pullover (kein Kashmir, es atmet nicht genug)

zwei Wollmützen (zum Übereinanderziehen) und einen hellen Sonnenhut aus Baumwolle mit breiter Krempe und Kinnkordel (hinten ein Taschentuch annähen als Sonnennackenschutz). In Nepal ist es mittags oft heiß in den Bergen, aber morgens und abends kalt.

leichte Socken, und dicke (leichte) Wollsocken

leichte lange Hose (gibts in Kathmandu für ein paar Euro, indischer Stil)

2 Unterhosen (Slip und Boxershorts)

Wollhandschuhe (in Kathmandu in den Trekkingläden des Touristenviertels Thamel gibt es auch dicke leichte Daunenhandschuhe, 10 Euro; wiegen fast nichts. In Thamel gibts sowieso alles billig vom Bergschuh bis zum Schlafsack und Daunenanorak, oft China-Nachbau. Auch in Namche Basar kann man alles kaufen, falls man zum Everest wandert – und evtl. am Rückweg wieder verkaufen, an die Läden) Falls normale Wollhandschuhe: Plastiktüten drüberziehen als Windschutz.

leichten Wollschal, und leichtes Halstuch

Windjacke (mit Reißverschluss bis zum Kinn und Kapuze; meine – superleicht – ist von Marmot; Synthetik schwitzt trotz der Reklame von wegen „atmend“)

Regenüberhose (superleicht, meine ist auch von Marmot, auch aus Synthetik – muss halt da mal sein. Gibts auch billig als Radlerhose bei Tchibo)

superleichten Schirm (auch gegen die Sonne gut)

Regenschutzhülle für Rucksack (in Kathmandu kaufen, 3 Euro)

kleines Baumwoll-Handtuch (nix Microfaser: die verteilen die Nässe bloß elegant)

Waschlappen, und in Filmdöschen: Olivenöl (= Sonnencreme), Shampoo, Zahnpasta. Waschmittel unterwegs kaufen oder die sehr gute nepalesische rosarote Seife ausleihen

Urinbeutel oder Plastiksaftflasche (erspart nachts das Klolaufen).

Stirnlampe (Petzl hat eine superleichte, supergute „e+lite“)

Hautsalbe (für die rissige Fersenkante, sehr gut bei jeder Hautrauheit: auch in Filmdose tun. Beziehen über Marktapotheke, Marktplatz 1, 83714 Miesbach, 08025 / 2359. Der Apotheker stellt sie selbst top  her). Oder bei Schäfereien (Internet) nach Wollfett suchen.

Medizin: was gegen Durchfall und Kopfweh (Höhenkrankheit). Aber gegen die Höhenkrankheit gibts unterwegs kostenlos in den Hüttenküchen Knoblauch. Ab 2600 m brutal täglich eine Zehe pro Frühstück und abends roh essen. Verdünnt das Blut. Alter Tibetertrick.
Noch ein Tibetertrick: ein rohes Eigelb essen morgens. Gibt Kraft.
Und sonst vor Wanderstrecken nichts schwer Verdauliches essen, lieber Porridge oder Suppen. Denn sonst nimmt der Magen die Energie zum Verdauen weg, die eigentlich fürs Laufen da sein sollte. Porridge ist gut verträglich; Müsli eher abends essen.

leichtes Messer (Opinel Nr. 6)

Gabel-Löffel-Messer-Konstrukt aus Plastik von globetrotter.de (1,50 E)

Nähzeug, Schnur, kurzer Draht, dünner Kabelbinder, Taschentuch, 2 Rollen Klopapier (wichtig! gibts im Supermarkt in Kathmandu).

Wasserflasche nur nötig, wo keine Mineralwasserflaschen kaufbar. Der Preis des Mineralwassers steigt, je höher man kommt. (Naturwasser abkochen; man trinkt in Nepal als Westler nirgends Quell- oder Bachwassser, weil immer irgendwo Keime drin sein könnten).

superleichte Pocketkamera (z. B. Olympus D-700, gibts für 46 E, zwei Jahre alt, im Internet. Sehr gut.)

superleichtes Billighandy, falls man´s verliert. Bei Ncell-Läden in Kathmandu die Sim-Card kaufen, 2,50 Euro. Damit bekommt man eine nepalesische Telefonnummer. Aber alle eingespeicherten deutschen Dinge bleiben erhalten.

keine Bücher. Die wiegen zu schwer.

WURM & LAUS

Würmer: In Nepal kein Fleisch essen, weil es Würmer enthalten kann. „Momo with meat“ ist z. B. verdächtig, weil dafür kuriose Fleischreste verhackt werden. Kein Leitungswasser zum Zähneputzen nehmen, aus dem gleichen Grund.

Um den Wurmbefall loszuwerden, zwischen den Mahlzeiten, wenn der Magen leer ist, 1 bis 2 Teelöffel Chilisauce  essen (vorher und nachher etwas Wasser trinken). Das mehr als vier Wochen machen, vor allem auch nachts, wenn man mal aufwacht. In Nepal gibts von der Firma Druk eine grüne Chilisauce aus Bhutan (1,30 Euro). Bei uns hat Edeka Saucen mit 60 % oder 25 % roter Chili. Gut hilft auch Kokoswasser. Es wirkt besser als 4 oder 6  EL Kokosöl verteilt auf den Tag.

Spürt man die Würmer hochkriechen zum After, dort mit Essig abtupfen oder mit Flüssigseife einreiben, bevor sie ihre Tausende von Eiern legen. Gelangen diese nämlich zurück in den Darm, schlüpfen nach vier Wochen neue Würmer. Deshalb die vierwöchige Behandlung; am besten noch ein paar Wochen mehr.

Verdünnt man diese Chilisauce stark und trinkt sie nachts immer mal beim Aufwachen in Miniportionen, bekommt man zusätzlich morgens guten Dünnpfiff. Er ist wesentlich, um die tief in die uralte Darmschlacke gegrabenen Eier der Würmer rauszuspülen. – Hilfreich ist im Grunde auch all das, was uns leicht vergiftet (etwas ungekochtes Gemüse zum Beispiel, das man nur gekocht essen sollte). Dieses schwache Gift rafft die empfindsamen Würmer schon weg. – Alle anderen Mittel sind umständlich. Knoblauch wirkt auf Dauer nicht; Kokosöl braucht einige Ergänzungen wie Oreganoöl (siehe www.zentrum-der-gesundheit.de). Auch Tabletten (Helmex und das stärkere Vermox, beides leichte Nervengifte, die parallel abführen) reichen oft nicht aus. Nimmt man sie, muss man danach die Leber reinigen (mit Legalon (Mariendistel), was bio ist und teuer).

Läuse: Auf die Betten der Unterkünfte ein dünnes Vlies vom Baumarkt legen (gedacht für Gartenbeetabdeckung, ultraleicht), um Flöhe und Läuse abzuhalten. Sie stecken aber auch in Kopfkissen, in den Begrüßungsschals (weil die oft wiederverwendet werden), in Mützen. Aber sie sind auch leicht zu bekämpfen: Sobald man sie auf der Haut jucken spürt, kurz und heftig drüber reiben. Die befallene Kleidung ausschütteln. Befallene Stoffe zuhause in Plastikbeutel stecken und drei Tage in die Tiefkühltruhe legen.

HOTELTIPPS

Unterkunft in Kathmandu:

Souvenir Guesthouse  (souvenir@hons.com.np; Adresse: Bhagawan Bahal (Amrit Marga), Tel. mobil 985 10 411 30) . Sehr schön klein, viele Blumen, mit Terrasse unter einem mächtigen Baum, am Nordost-Rand von Thamel. Zwischen 10 und 20 Euro / Hotel Metropolitain, 15 m nördlich der „French Bakery“ am Westrand von Thamel (Adresse: Paknajol Marg). Es hat einen begrünten Garten. Ab 10 Euro.

Unterkunft in Pokhara:

Little Tibet Guesthouse. Eine Oase  im Häuserchaos. An der Hauptstraße, die zum See führt. Ca 500 m vor dem Ufer links. Hohe einfache Eisentür. Dahinter Palmen und Park. Kleine alte  englische Bungalows. Trotzdem billig, 10 bis 20 Euro.

Salleri, die Kreisstadt bei Angpang. Sie ist der Ausgangspunkt für Wanderer, die nicht nach Lukla fliegen, um ins Everest-Gebiet zu kommen.
Salleri, die Kreisstadt bei Angpang. Sie ist der Ausgangspunkt für Wanderer, die nicht nach Lukla fliegen, um ins Everest-Gebiet zu kommen. Sie laufen von hier aus durchs anstrengende Vorgebirge hoch, oft im Alleingang, ohne Guide und Träger. Wegweiser ab und zu und eine gute Karte helfen.

 

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